Friseur-Innung tagte in Bad Arolsen

Auftakt im Schloss – Austausch im AROCampus

Bad Arolsen. Wo im 18. Jahrhundert aufwendige Frisuren und ein gepflegtes Erscheinungsbild zum guten Ton am Hof gehörten, startete die Friseur-Innung Waldeck-Frankenberg ihre Jahreshauptversammlung im Schloss Bad Arolsen. Das barocke Residenzschloss steht bis heute für Stilbewusstsein und Handwerkskunst und bot einen passenden Rahmen für den Auftakt. Im Anschluss kam die Innung im AROCampus zusammen. Dort standen Rückblick, aktuelle Themen und der Austausch unter den Betrieben im Mittelpunkt. Im Beitrag zur „Mitgliedschaft 360°“ machte Kai Bremmer den Mehrwert für Betriebe deutlich. Als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg verwies er auf die Interessenvertretung für Arbeitgeber auf allen Ebenen sowie auf konkrete Unterstützung im Betriebsalltag, etwa durch Beratung in tariflichen und rechtlichen Fragen und die Begleitung der Ausbildung. Die Branche entwickelt sich trotz bestehender Herausforderungen weiter. Veranstaltungen wie die Top Hair Düsseldorf zeigen, wie lebendig, kreativ und zukunftsorientiert das Friseurhandwerk ist. In diesem Zusammenhang rückte auch das Engagement rund um den Berufsschulstandort in den Fokus: Dieser konnte im vergangenen Jahr gesichert werden. Das Thema fand überregional Beachtung – die Redakteurin der Fachzeitschrift TOP HAIR, Susanne Vetter, besuchte Waldeck-Frankenberg persönlich, nachdem sie durch den Presse- und Social-Media-Auftritt der Innung und Innungsbetriebe aufmerksam geworden war. In der aktuellen Ausgabe wird der Standort aufgegriffen. Dabei wird deutlich, dass die Nachwuchsgewinnung im Friseurhandwerk eine der zentralen Herausforderungen bleibt und insbesondere die duale Ausbildung im ländlichen Raum eine wichtige Rolle für die Zukunft der Branche spielt.

Obermeisterin Maria Krasnikov, Obermeisterin der Friseur-Innung Waldeck-Frankenberg, hob hervor: „Friseur ist ein kreativer und vielseitiger Beruf mit Zukunft. Trends gehen klar in Richtung Natürlichkeit, hochwertige Farbtechniken und individuelle Beratung. Zugleich wachse das Bewusstsein für Qualität und nachhaltige Produkte. Zum 1. August starten neue Ausbildungen – wir rufen Betriebe dazu auf, auszubilden und jungen Menschen Perspektiven zu bieten.“ Deutlich wurde auch, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen ist. „Ziel ist es, die Prüfungsvorbereitung praxisnäher und attraktiver zu gestalten“, so Krasnikov.

Diskutiert wurden unter anderem Schulungen für Ausbilder und Auszubildende sowie gemeinsame Vorbereitungstage. „Auch eine stärkere Vernetzung der Betriebe untereinander müssen wir als Chance sehen – etwa durch den Austausch von Auszubildenden unter den Betrieben, um unterschiedliche Spezialisierungen kennenzulernen und für unsere Auszubildenden einen Mehrwert zu schaffen“, schlägt Krasnikov vor. Gemeinsam mit Sabine Runge, Prüfungsausschussvorsitzende, informierte Krasnikov über die aktuellen Prüfungen. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die Prüfungsunterlagen sorgfältiger vorbereitet werden müssen. Gleichzeitig wurden die Bewertungsmaßstäbe erläutert, um für mehr Transparenz und ein besseres Verständnis in den Betrieben zu sorgen. Zur weiteren Vernetzung erinnerte Krasnikov an den bestehenden Stammtisch und rief zur Teilnahme auf. Eine Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben soll helfen, zukünftige Angebote gezielter am Bedarf auszurichten.

Auch das Thema Arbeitssicherheit wurde aufgegriffen. Detlef Simon, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement, erklärte: „Kontinuierliche Beratung hilft, Belastungen frühzeitig zu erkennen und Arbeitsplätze nachhaltig zu verbessern.“ Die Kreishandwerkerschaft unterstützt Betriebe dabei unter anderem bei Gefährdungsbeurteilungen – gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage für einen wirksamen Arbeitsschutz. Die Friseur-Innung zählt 53 Mitgliedsbetriebe. Insgesamt befinden sich 35 Auszubildende in der Ausbildung, darunter zwei in der Fachpraktikerausbildung. Betriebe, die für 2026 noch Auszubildende suchen, können sich an die Kreishandwerkerschaft wenden.

Kontakt:
Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. Telefon: 05631 9535-100, E-Mail: info@khkb.de.

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